Verpackungsfreier Laden
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Lifestyle & Wohlfühlen

Verpackungsfreie Läden

Mit Brotbox, Schraubglas und Eierkarton zum Einkaufen

Wenn es um die Abfallmenge pro Kopf geht, gehören wir Deutschen im europäischen Vergleich leider zur Spitzengruppe.* Zeit, etwas zu tun, etwa verpackungsfrei einkaufen. Genau dafür steht eine neue Bewegung von kleinen Geschäften, die Ware ausschließlich lose anbieten.

Die verpackungsfreien Läden sind die moderne Variante klassischer Tante-Emma-Läden. In großen Spendern findet man etwa Nudeln, Kaffee oder auch Waschmittel. Müsli in verschiedenen Variationen wartet in offenen Gläsern auf seine Abnehmer. Dementsprechend sollte man mit Jutebeuteln, Schraubgläsern, kleinen Flaschen oder Eierkartons ausgerüstet sein, um seine Einkäufe sicher nach Hause zu transportieren.

Gegenüber dem klassischen Supermarktbesuch spart man so tatsächlich jede Menge Verpackungsmüll. Weiterer Vorteil: Wer beispielsweise spontan kochen will, holt sich einfach bedarfsgerechte, kleine Mengen. Verdorbene Reste in zu groß dimensionierten Packungen entstehen so Zuhause gar nicht erst. Aber es geht nicht nur um Müllreduzierung: Die Läden legen Wert auf regional erzeugte Produkte aus biologischem Anbau. Man erhält als Verbraucher ein umweltfreundliches Gesamtpaket.

Dafür muss man immer passende, hygienisch einwandfreie Behältnisse mit sich tragen, jede Ware muss einzeln gewogen werden. Das Sortiment ist wesentlich kleiner als im Supermarkt und Angebote wie etwa Tiefkühlkost passen natürlich nicht ins ökologische Konzept. Dennoch: Die verpackungsfreien Läden liefern mit ihrem Tante-Emma-Konzept aus der Vergangenheit eine spannende Alternative für die Zukunft des Einkaufens. Wer diese in Bayern ausprobieren möchte, findet in Nürnberg Läden wie bioundnah und in München Plastikfreie Zone und Ohne.

Wer noch weitere verpackungsfreie Läden begutachten möchte, wird zudem hier fündig.

*Quelle: Eurostat 2014