Steven Raus Alpenüberquerung
(© Steven Rau)
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Interview mit Steven Rau

Grenzerfahrung Alpenüberquerung

Porträt von Steven Rau
(© Steven Rau)

Mal eben über die Alpen laufen? Kein Problem! Aber wie sieht solch ein Vorhaben aus, wenn man es ganz ohne Verpflegung und ohne jegliche Unterkunft absolvieren will? Und dass in weniger als fünf Tagen? Der 34-jährige Berliner Steven Rau hat es gewagt und ist die 285 Kilometer lange Strecke von Kitzbühel nach Sexten in Italien abgelaufen – in einer Rekordzeit von exakt vier Tagen, acht Stunden und 28 Minuten. Doch was treibt einen Menschen dazu an, sich solch einer unmenschliche Tortur auszusetzen und die mentalen wie körperlichen Grenzen neu auszuloten?

Steven Rau ist studierter Rechtsökonom und arbeitet als Unternehmensberater im Bereich Teambuilding und -recruiting. Darüber hinaus ist er auch als lizensierter Personal- und Outdoortrainer sowie als Mentalcoach und Erlebnispädagoge tätig.

Steven, wie kommt man auf die Idee, die Alpen ohne Nahrung und Unterkunft zu überqueren?

Das ist eine gute Frage! Meistens kommen mir solche Ideen, wenn ich gerade erst einen anderen Lauf absolviert habe. Vorangegangen war damals mein Deutschlandlauf. Im Anschluss daran habe ich recherchiert, was es generell für Extremläufe gibt und welche davon für mich als mögliche Herausforderung interessant wären. Im Zuge dessen bin ich auf den „Transalpin Run“ von Gore-Tex gestoßen, der in acht Tagesetappen über die Alpen führt. Dieser diente mir mehr oder weniger als zeitlicher Maßstab. Ich habe mir dann einfach gedacht, dass ich das ganze noch etwas beschleunigen kann.

Wolltest Du Dir selbst etwas beweisen oder was konkret ist der Anreiz für Dich gewesen?

Ich habe mich schon immer gefragt, was wichtiger ist, um große Ziele zu erreichen – kontinuierliches Training und gute Vorbereitung oder doch eher die mentale Einstellung. Ich wollte einfach herausfinden, welche Rolle der Kopf dabei spielt und inwieweit die mentalen Faktoren meine körperlichen und mentalen Grenzen beeinflussen können. Ein anderer Grund sind meine Vorträge im Bereich Motivationstraining, bei denen ich am liebsten über selbst gesammelte Erfahrungen berichte anstatt nur schlaue Bücher zu rezitieren. Nur so kann ich die zu vermittelnden Inhalte authentisch transportieren und die Seminarteilnehmer auch wirklich begeistern. 

Wo hast Du eigentlich übernachtet und was hattest Du an Ausrüstung dabei?

Alles was ich brauchte, hatte ich im Rucksack dabei. Dazu gehörten unter anderem zwei GPS-Geräte, Handy, Erste-Hilfe-Set, eine Wasserflasche und mehrere Schichten Bekleidung. Geschlafen habe ich ausschließlich im Freien, weshalb ich auch in punkto Unterkunft nichts weiter organisieren musste. Mein Bett bestand lediglich aus meiner Bekleidung und als Unterlage mussten entweder Blätter oder mein Rucksack herhalten. Warum? Weil ich bewusst auf das zusätzliche Gewicht von Isomatte, Schlaf- und Biwaksack verzichten wollte.

Und wovon hast Du Dich unterwegs ernährt?

Die zweite Herausforderung dieser Tour war es, sich nur von dem zu ernähren, was mir die Natur bietet. Soll heißen: Ich hatte keinerlei Verpflegung dabei und auch keine Energieriegel. Dementsprechend konnte ich mich unterwegs lediglich von Hagebutten, Brennnesseln, Pflaumen oder Beeren ernähren. Das deckt natürlich gerade einmal den notwendigen Grundbedarf an Energie und zehrt schon immens an den körperlichen Kräften. Deshalb habe ich in kürzester Zeit auch ganze 5 kg an Körpergewicht verloren. Aber genau das bringt am Ende auch die mentale Komponente mit ins Spiel.

Steven Rau erschöpft aber noch nicht am Ende
(© Steven Rau)

Am Ende hast Du einen neuen Rekord aufgestellt, welche Marke galt es denn zu brechen?

Es existierte in diesem Sinne kein Rekord. Der Transalpin Run von Gore-Tex ist dahingehend auch nicht wirklich vergleichbar mit meiner Aktion, da die Teilnehmer ja unterwegs verpflegt werden und in entsprechenden Unterkünften übernachten können. Soll heißen: Ich bin im Grunde genommen der Erste, der solch einen Lauf über diese Distanz, diese Anzahl an Höhenmetern und unter diesen Voraussetzungen absolviert hat.

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